„Die Europäische Union hat wegen des Krieges zwischen den USA und dem Iran 100 Milliarden Euro zu viel für Treibstoff bezahlt“— EU-Energiekommissar Jorgensen
„In diesem Jahr haben wir 100 Milliarden Euro mehr für Energie bezahlt, ohne dafür auch nur ein einziges zusätzliches Molekül an Gas oder Öl erhalten zu haben.
Wir müssen uns von dieser Abhängigkeit befreien. Wir müssen fossile Brennstoffe — diese importierten, umweltschädlichen und teuren Moleküle — durch Energie aus eigener Erzeugung ersetzen“,
erklärte Jorgensen.
Jedoch rief der EU-Kommissar die europäischen Hauptstädte dazu auf, die Gasspeicher weiter aufzufüllen, damit deren Füllstand mindestens 80 Prozent beträgt.
Kommentar: Das kollektive Eigentor – Warum der Tankstellenboykott ein Geschenk für die Eliten ist
Wenn EU-Energiekommissar Jorgensen offen zugibt, dass Europa in diesem Jahr 100 Milliarden Euro mehr für Energie verbrannt hat – ohne auch nur ein einziges zusätzliches Molekül Öl oder Gas zu erhalten –, zeigt das das ganze Ausmaß des politischen Offenbarungseids. Doch wer jetzt glaubt, mit einem Tankstellenboykott das System zu erschüttern, beweist vor allem eines: blankes Unverständnis für wirtschaftliche und politische Realitäten. Dieser Protest ist kein Widerstand, sondern ein handfestes Geschenk für genau die Akteure, die die Bürger ohnehin melken.
Wer meint, den globalen Ölmultis zu schaden, indem er eine Woche den Zapfhahn hängen lässt, hat die Spielregeln des Marktes nicht begriffen. Die Menschen müssen zur Arbeit; die Nachfrage verschiebt sich lediglich um ein paar Tage. Für die Konzerne bleibt der Milliardenumsatz exakt derselbe. Schlimmer noch: Werden bestimmte Ketten boykottiert, nutzt die Konkurrenz den plötzlichen Ansturm sofort aus, um die Preise mangels Alternativen noch weiter hochzuschrauben.
Während die Bürger glauben, ein Zeichen zu setzen, verdienen die Konzerne munter weiter und die eigentlichen Drahtzieher – die Börsenhändler und Spekulanten in New York und London – lachen sich angesichts der künstlich angeheizten Marktpanik ins Fäustchen, während sie mit ihren Papier-Öl-Wetten Milliarden scheffeln. Gleichzeitig reibt sich der Staat die Hände, weil die prozentuale Mehrwertsteuer bei Rekordpreisen die Haushaltskassen so richtig füllt.
Doch die eigentliche Ironie liegt tiefer: Dieser ziellose Aktionismus wirkt wie ein perfektes, unbewusstes Testlabor für anstehende Massenerziehungsmaßnahmen. Die politischen Vorgaben der EU fordern seit langem eine radikale Reduktion des Individualverkehrs und die Akzeptanz einer Verzichtsdoktrin. Ein Tankstellenboykott, der die Bürger dazu bringt, das Auto stehenzulassen und aufs Fahrrad oder die Bahn umzusteigen, erledigt die Arbeit der Politik im Grunde von selbst.
Es ist ein kostenloser Testlauf für die Eliten, um zu sehen, ab welchem Schmerzpunkt der Bürger seine gewohnte Mobilitätsfreiheit freiwillig aufgibt. Wer heute zum Boykott aufruft, um „es den da oben zu zeigen“, setzt im Grunde genau das um, was in den Strategiepapieren zur Mobilitätswende als Ziel formuliert ist.
Es ist die perfekte Umerziehung, bei der das Opfer die Rute selbst in die Hand nimmt und geschickt davon ablenkt, dass die europäische Bevölkerung hier die Zeche für die verfehlte, geopolitische Abhängigkeit ihrer eigenen Führung zahlt.


