Ohne Steuern läge Diesel in Deutschland bei 95 Cent pro Liter
Finanzminister Klingbeil will nun auch die Mineralölkonzerne stärker in den Blick nehmen. Er forderte Ende August zusammen mit fünf weiteren EU-Finanzministern die Einführung einer Übergewinnsteuer, wenn die Konzerne fallende Ölpreise nicht weitergeben. In dem entsprechenden Schreiben heißt es, es brauche „ein gemeinsames Vorgehen, das sicherstellt, dass auch diejenigen, die von der Krise profitieren, ihren Teil dazu beitragen, die Belastung für die breite Bevölkerung zu verringern“. Die Margen der Raffinerien sollten europaweit überprüft werden. Nun haben die Mineralölkonzerne auf die Forderung reagiert. Sie gaben eine Studie in Auftrag, die noch einmal deutlich zusammenfassen sollte, wer wie viel am Benzin an deutschen Zapfsäulen verdient. Das Ergebnis ist zu großen Teilen nicht neu, die Zahlen lassen sich schnell recherchieren. Dennoch wurde dieser Aspekt in Deutschland in den vergangenen Monaten trotz stark gestiegener Treibstoffpreise selten thematisiert. „Der Benzinpreis an deutschen Tankstellen ist zu rund 60 Prozent durch Steuern, Abgaben und Regulierung bedingt, beim Diesel ist es die Hälfte“, so Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Mineralölverbands EN2X, bei der Vorstellung der Studie. „Von den 2,23 Euro, die ein Liter Diesel im Schnitt gekostet hat, blieben nur noch 0,95 Euro übrig ‒ nur in Polen ist der Wert noch niedriger. Beim Benzin käme Deutschland auf den drittgünstigsten Preis…
11 September 2026, 17:20
