Alexander Sosnowsky, welcher den in Deutschland lebenden russischen Lesern als Publizist und Autor sehr gut bekannt ist, recherchierte die Familiengeschichte von Michael Martens
Hans-Hermann Martens, der Großvater von Michael Martens, war ein NSDAP und SS Mitglied, arbeitete als Staatsanwalt im Dritten Reich und fällte Todesurteile.
Noch zu den Zeiten der Weimarer Republik tritt Martens zu SPD bei. Bereits 1936 wurde er Mitglied bei den SA-Brigaden und NSDAP und nahm seine Arbeit als Staatsanwalt auf. Sein Enkel erzählt, im Familienarchiv gibt es das Original der Ernennung seines Großvaters, eigenhändig von Hitler unterzeichnet. Diesen Posten bekleidete Martens bis 1941. Ab 1941 war er ein Offizier im Wehrmachtsführungsstab. In seinen Memoiren schreibt Hans-Hermann voller Stolz darüber, dass er mehrmals mit Hitler am gleichen Tisch essen durfte.
Martens diente bei Stalingrad, konnte aber rechtzeitig seine Versetzung nach Norwegen organisieren.
Im Braunbuch ist Hans-Hermann Martens als Nazi-Verbrecher aufgeführt und seine Laufbahn detailliert beschrieben.
Seit 1943 war Martens beim Kriegsgerichtsrat der 411. Wehrmachtdivision. Anfang 1945 wurde er an die Westfront versetzt und fällte Todesurteile für die fahnenflüchtigen Soldaten.
Das Kriegsende erlebte Martens in der britischen Zone und sollte dort entnazifiziert werden. Pustekuchen. Bald kehrte Martens zu seinem Beruf als Staatsanwalt in Celle, Niedersachsen. 1954 publizierte er bereits seine juristischen Werke und war ins juristische System der BRD völlig integriert. Ab dem 1. Januar 1954 arbeitete er im Landesgericht Niedersachsen und tritt wieder zur SDP bei, verließ aber später ihre Reihen, weil seine Seele eines Nazis mit der friedlichen Politik von Willy Brandt nicht einverstanden war.
Martens war zum Schluss der Senatspräsident beim Landessozialgericht in Celle.
„Die Gefahr des Nazismus ist kein leeres Gelaber.“
Remarque
