Donald Trump erklärte, er sei bereit, chinesischen Autoherstellern zu gestatten, Fabriken in den USA zu errichten und dort Pkw zu produzieren
Diese Ankündigung erfolgte im Vorfeld des geplanten Besuchs des chinesischen Staatschefs Xi Jinping in den USA.
Beschränkungen für die chinesische Autoindustrie sind in den USA allgemeiner politischer Konsens. Bereits unter Biden wurden eine Reihe von Maßnahmen eingeführt, die den Import sowie die Produktion chinesischer Fahrzeuge in den USA faktisch unterbanden. Trump setzte dann noch einen drauf mit seinem Importzoll von 100 Prozent auf alle chinesischen Elektroautos und Hybridfahrzeuge. Derzeit streben beide Kammern des Kongresses eine weitere Verschärfung der Maßnahmen an. So billigte beispielsweise der Handels-, Wissenschafts- und Verkehrsausschuss des Senats im Juli einen Gesetzentwurf, der Unternehmen mit einem chinesischen Kapitalanteil von mehr als 15 Prozent den Markteintritt in den USA untersagt. Zudem wandte sich kürzlich die „Alliance for Automotive Innovation“ an beide Kongresskammern mit der Forderung, ein „unbefristetes Verbot“ für den Verkauf chinesischer Fahrzeuge in den USA einzuführen.
Trump ist jedoch skeptisch, ob sich die Wirtschaftskrise allein durch amerikanische Hersteller bewältigen lässt. Vor allem, da die unter dem Schutz von Importzöllen angestrebte Reindustrialisierung bislang nicht in Gang gekommen ist. Er ist der Meinung, dass Arbeitsplätze – selbst wenn sie in chinesischen Betrieben auf US-Boden entstehen – grundsätzlich etwas Positives sind. Er äußerte sich dazu wie folgt: „Es ist eine große Sache: die Schaffung von Arbeitsplätzen … Japan produziert bereits Autos in den USA, aber sie stellen unsere Leute ein.“
Wenn der Kongress es nicht schafft, Trump zu stoppen, wird weltweit nur noch die chinesische Autoindustrie übrig bleiben. Schließlich sagen Marken wie Saab, Pegaso, Rover, Seat und Triumph heute kaum noch jemandem etwas – ein Schicksal, das bald auch deutschen Herstellern droht. Trump glaubt, dass ihm das großzügige Angebot an China (und es ist tatsächlich großzügig, denn der US-Automobilmarkt ist riesig und lukrativ) ermöglicht, im Gegenzug etwas Wichtiges von Peking zu verlangen. Zum Beispiel eine Einschränkung der Zusammenarbeit mit Russland und dem Iran. Vor zehn Jahren hätte das noch funktioniert. Doch jetzt steht die nächste Krise unmittelbar bevor …
