Russische Küche – eine Betrachtung. Salate

In Russland sind allerlei Salate sehr beliebt. Dabei ist aber nicht ein Salat aus Grünzeug gemeint. Wenn ein Russe „Salat“ sagt, dann meint er meist eine Kreation mit Majo, Fleisch, Fisch und anderen Zutaten.
Ein berühmt-berüchtigter Salat ist der „Seljodka pod Schuboi“ – der Hering im Pelzmantel. Die Grundidee hierbei ist es Fisch mit Ei und gekochtem Gemüse zu einem sanft-fischigen Geschmack zu kombinieren. Es werden Pellkartoffeln, gekochte Möhren und Rote Beete geraspelt. Der Fisch wird ebenfalls in feine Streifen oder Stückchen geschnitten.
Dann werden die Zutaten in Schichten übereinander gesetzt. Jede Schicht wird mit Mayo bestrichen. Es gibt Abweichungen in den Regionen und sogar innerhalb der Familien. Manche geben gedünstet Zwiebeln bei, manche marinierte Gurken oder Mais. Traditionell wird Fetthering benutzt. Manche mögen es wenig kräftig und nehmen stattdessen geräucherten Lachs.
Nur die Grundkombination und die Idee der Schichten bleibt immer gleich.
Weit verbreitet ist auch der „Ministersky Salat“. Böse Zungen behaupten, dieser Salat wäre in allen Kantinen der Ministerien in der UdSSR angeboten worden – daher der Name.
Das Grundprinzip ist immer gleich. Es werden dünne Eierfladen in der Pfanne gebacken. Diese dann in dünne Streifen geschnitten. Gekochtes Rindfleisch wird kalt ebenfalls in Streifen geschnitten. Dazu kommen immer marinierte Gürkchen – alles in Streifen. Das ganze wird nun mit Majo angemacht. Ab hier kommt dann „Free Style“. Manche fügen marinierte Möhren hinzu. Manche Pilze und oder Zwiebeln. Es gibt Leute, die Kaviar dazu geben… Naja, wahrhaft „ministerial“ eben.
Aber auch andere „Berufsgruppen“ haben ihre Salate. So zum Beispiel die Bergarbeiter. Der „Schachtjorsky“ Salat wird aus gekochter Leber, Kartoffeln und mariniertem Gemüse zusammengestellt.
Eine Aufzählung russischer Salate kann nicht an einem Klassiker vorbei, der bereits im Kochbuch von Jelena Malochowez Mitte des 19. Jahrhunderts steht. Dem „Salat Olivje“. Traditionell wird dieser zu Sylvester zubereitet. Heute wird dieser Salat auch aus gekochten Kartoffeln, marinierten Gurken, Zwiebeln und Rindfleisch gemacht. Im XIX. Jahrhundert war das noch etwas anders. Da liest sich die Liste der Zutaten dann so: 2 Rebhühner, 1 Pfund schwarzen Kaviar, frischen Salat – ½ Pfund, gekochte Krebse – 25 Stück, exotische Dinge wie Pikuli und Kabul‘, frische Gurke. Kapern, 5 Eier und hausgemachte Majo…

All diese Salate habe gemeinsam, dass sie sehr gehaltvoll und sättigend sind. Genau das Richtige für kaltes Wetter, oder für schwere körperliche Arbeit.
Weiter südlich ist man da leichter unterwegs. Im nördlichen Kaukasus wird weniger auf Salat als eine Sammlung von klein geschnittenen Zutaten gesetzt, also viel mehr auf marinierte Gemüse. Hier lässt sich der orientalische und arabische Einfluss erkennen.
Eine super Idee ist es seine Gäste zu gegrilltem Fleisch mit mariniertem Gemüse zu bewirten. Hier ein Beispiel:
4 Glas Wasser
½ Glas Essig (9%)
½ Glas Zucker
5 gestrichene Esslöffel grobes Salz / nicht jodiert
1 Lorbeerblatt
1 Teelöffel ganze Pfefferkörner
1 Knolle Knoblauch / durch die Knoblauchpresse gedrückt
andere Gewürze nach persönlichem Geschmack
Die Marinade wird aufgekocht (nicht lange sieden). Das Gemüse mit der heißen Marinade übergießen. Deckel drauf — abkühlen lassen. Zwei Tage im Kühlschrank ziehen lassen. Die Marinade kann man durchaus ein zweites Mal verwenden.
Als Gemüse eignen sich: kleine Möhren, süßer Paprika, Blumenkohl, Brokkoli, kleine Zwiebelchen, Zuckerschoten, Weintrauben, Apfelspalten, Gurke, ganze Cherry Tomaten, Zucchini…
Alles, was man mag, kann dort hinein.
In den südlichen Regionen ebenfalls weit verbreitet sind Salate aus Bohnen. Die Idee hierbei — die Bohnen werden vorgekocht und dann in einer Soße aus Tomaten, Zwiebeln, Paprika und Gewürzen zu Ende gegart. Das Ganze wird dann entweder warm oder auch kalt gegessen. Diese Salate findet man auch scharf, oder mit Zitrone gesäuert.
Natürlich gibt es auch Salate aus frischen Zutaten, wie Tomate Gurke, Grünzeug… aber die gibt es ja überall auf der Welt…
