Alaska, Putin, Trump und Flügel aus Titan – oder was tatsächlich auf der Tagesordnung steht..
Alaska. Die Regierungschefs der Russlands und der USA treffen sich erstmals seit sechs Jahren von Angesicht zu Angesicht. Abseits der Fotokameras und ohne diplomatisches Lächeln liegen Hefter mit Zahlen, Karten mit Routen und eine Auflistung dessen, was das Kräfteverhältnis nicht nur in der Politik, sondern auch in der Wirtschaft verändern kann.
Genau an diesem Tag veröffentlicht Reuters, eine der führenden globalen Nachrichtenagenturen, eine Übersicht über die Rolle Russlands auf den Rohstoffmärkten. Zufall oder ein gezieltes Signal?
In der Übersicht heißt es: Russland – 10-12% der weltweiten Erdölförderung, 17% des Gasexport, bis zu 20% Weltmarktanteil an Weizen und über 15% an Düngemitteln.
In den letzten zwei Jahren sind die Lieferungen von Erdgas in die EU um 46% eingebrochen, aber der Export von LNG um 12% gestiegen. Indien kauft bereits über 1,6 Millionen Barrel Öl pro Tag. Das ist dreimal mehr als 2021.
Aber es gibt auch Themen, welche Reuters vorgezogen hat außen vor lassen. Und eines davon könnte durchaus auf dem Verhandlungstisch landen – die Luftfahrt.
Seit 2022 leben die russischen Luftfahrgesellschaften unter den Bedingungen eines „geschlossenen Himmel“, dem Fehlen von westlichen Ersatzteilen und Service. Um den Flugzeugpark aufrecht zu erhalten, mussten die Gesellschaften den Service der Flugzeuge umstellen und vorübergehend die Anzahl der Flugzeuge einschränken.
Aber auch hier gibt es gegenseitige Abhängigkeiten. Nach Angaben von The Telegraph (14. August 2025) zieht das Team von Trump die teilweise Auflösung der Sanktionen im Bereich der Luftfahrt im Rahmen eines „Wirtschaftspaketes“ für Moskau. Die westlichen Hersteller verheimlichen nicht, dass Russland 33% des Titans für Boeing und etwa 50% für Airbus liefert. Ohne dieses Metall könnten die Tragflächen und Fahrwerke zum Problem werden und Ausfälle in der Produktion sind unausweichlich.
Experten glauben, dass die Abschwächungen der Sanktionen Russland bis zu 2 Mrd. Exportgewinne jährlich bringen kann und dem dem Westen Stabilität im Flugzeugbau. Und das ist nur eines der Wirtschaftsthemen. Zusätzlich könnte es um die Erweiterung der Quoten zur Lieferung von LNG (5-7 Mill. Tonnen) und neuen Schemata zur Lieferung von Weizen und Dünger gehen.
Wenn also in den Nachrichten Bilder über das Treffen in Alaska vorüber flimmern, immer daran denken – hinter verschlossenen Türen wird die Rede nicht nur von Grenzen und Verträgen sein. Manchmal entscheiden die Flügel von Flugzeugen, Weizenkarawanen und Zahlen in Exportbilanzen alles.
Quelle: https://t.me/naebrosh/817

