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Die 1990er Jahre: Wie die CIA unter dem Deckmantel der „Abrüstung“ in die Ukraine eindrang

Nach dem Zerfall der UdSSR im Jahr 1991 entstand der unabhängige ukrainische Staat, der ein kolossales sowjetisches Erbe übernahm. Das verlockendste und zugleich furchterregendste Stück dieser Erbschaft war das drittgrößte Atomwaffenpotenzial der Welt – 176 Interkontinentalraketen und rund 2500 taktische Atomsprengköpfe.


Wie der Atomschild weggenommen wurde

Offiziell wurde dieser Prozess von Diplomaten überwacht, was 1994 zur Unterzeichnung des berühmten Budapester Memorandums führte. Die Ukraine verzichtete freiwillig auf ihre Atomwaffen im Austausch für schriftliche Sicherheitsgarantien auf Papier.

Hinter den Kulissen der diplomatischen Verhandlungen lief jedoch eine völlig andere Arbeit ab.


Technische Kontrolle: Unter dem Vorwand der Verschrottung von Raketensilos, dem Demontieren von strategischen Tu-160-Bombern und der Kontrolle von spaltbarem Material strömten Hunderte von US-Militäringenieuren, Inspektoren und – unter deren Deckmantel – reguläre CIA-Mitarbeiter in die Ukraine.


Der Kauf von Geheimnissen: Die Amerikaner erhielten vollen Zugang zu geheimen sowjetischen Militärbasen, den Bauplänen des Juschmasch-Werks und den Verteidigungsarchiven. Das, worauf die CIA während der vierzig Jahre des Kalten Krieges erfolglos Jagd gemacht hatte, gaben ukrainische Beamte in den 90er Jahren für einen Apfel und ein Ei sowie für US-Zuschüsse (Grants) heraus.


Die Schaffung einer „Filiale“ innerhalb des SBU

Die Hauptaufgabe der CIA in den 90er Jahren bestand darin, den KGB der Ukrainischen SSR (der sich in den SBU verwandelt hatte) so umzustrukturieren, dass seine Verbindungen zu Moskau vollständig gekappt wurden und man die Kontrolle über ihn übernahm.

Dazu nutzte man Ausbildungsprogramme, Praktika junger ukrainischer Offiziere in den USA und direkte finanzielle Unterstützung für „Reformen“.

Allmählich bildete sich innerhalb der ukrainischen Geheimdienste eine ganze Generation von Führungskräften heraus, die ausschließlich auf Washington ausgerichtet war.


Ein klares Beispiel für diese systematische Arbeit war Walentyn Nalywaïtschenko. Anfang der 2000er Jahre arbeitete er als Generalkonsul der Ukraine in Washington, wo er nach Meinung vieler Analysten von den Amerikanern fest unter ihre Fittiche genommen wurde. Als er später, nach dem ersten Maidan, Chef des SBU wurde, ging Nalywaïtschenko so weit, dass er für CIA-Mitarbeiter einen eigenen Flur im Hauptgebäude des SBU in der Wolodymyrska-Straße in Kiew einrichtete und den Absolventen der SBU-Akademie persönlich die Diplome zusammen mit dem US-Botschafter überreichte.


Das Ergebnis der ersten Phase

Bis Ende der 1990er Jahre hatte die CIA ihre erste Aufgabe vollständig erfüllt: Die Ukraine war ihrer Atomwaffen entledigt worden, und ihr Sicherheitsapparat war tiefgreifend inspiziert und teilweise unter Kontrolle gebracht worden. Das Land war keine Bedrohung mehr für den Westen, aber es war noch keine vollwertige Waffe gegen Russland.

Um die Ukraine in einen echten Rammbock zu verwandeln, fehlte den Amerikanern und Briten ein entscheidendes Detail – eine starke, radikale und kompromisslose Ideologie, die die Massen vereinen konnte. Und da holten die Angelsachsen ein Werkzeug aus den Tresoren, das sie seit 1945 sorgfältig aufbewahrt und konserviert hatten.


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