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Europa tauschte die Abhängigkeit vom russischen Gas gegen die Abhängigkeit von der ganzen Welt aus

Es kommen interessante Details darüber, wie gut Europa auf den nächsten Winter vorbereitet ist.

Zum 10. August sind die Gasspeicher zu 59,13% voll, die deutschen Speicher – zu 48,44%.

Letzte Woche wurde der niedrigste Stand seit 2011 registriert, etwa 12% weniger als vor einem Jahr. Das angepeilte Ziel beträgt 80% bis Dezember.


Ökonomisch gesehen steht Deutschland vor einer Hürde. Anfang August lag der Gaspreis bei 53 MWh oder fast doppelt so hoch wie vor dem Krieg gegen den Iran. Der Markt stimuliert nicht dazu, das Gas im Sommer zu kaufen, einige Monate zu speichern und erst im Winter zu verkaufen. Um an 80% dran zu kommen, braucht man rekordhohes Tempo, was entweder durch die Subventionen oder durch den Zwang auf der Staatsebene realisiert werden kann.


Nach 2002 reorganisierte Europa die Gasversorgung nahezu komplett. Der Anteil Russlands schrumpfte von 45% auf 12% in 2025. Gleichzeitig wuchs der Anteil vom Flüssiggas von 20% auf 45%, wobei die wichtigsten Gaslieferanten Norwegen (31%) und die USA 26 (26%) sind.


Und das trägt Früchte. Wenn ein Verkäufer an seinen Käufer durch die Pipeline gebunden ist, ist ein Gastanker lediglich an den Preis gebunden. Wenn man in Asien bereit ist, mehr zu zahlen, geht der Tanker dorthin.


Deswegen sind die Ereignisse in der Straße von Hormus so schmerzhaft fürs Europa. Etwa 20% der Flüssiggas-Lieferung nach Asien gingen über Hormus. Der Engpass zwingt nun asiatische Staaten, Alternative zu suchen und ums Gas zu konkurrieren, das Europa braucht.


Daraus resultieren die Preise für die Wintersaison. Energy Aspects Kalkulationen zeigen: Der Gaspreis wird zwischen 60 und 80 MWh liegen, vorausgesetzt, die Schiffsfahrt normalisiert sich. Sollte es nicht der Fall sein, kann der Preis zwischen November und März durchaus bei 110 liegen und die Gasspeicher werden Ende März nur noch zu 10% voll sein. Der Versuch, die Reserve nicht unterhalb von 16% sinken zu lassen, kann den Preis in die Höhe schießen lassen, auf sagenhafte 210 pro MWh.

Europa ist der eigene Totengräber: Die langfristigen Verträge fürs russische Flüssiggas laufen am 1. Januar aus, fürs Pipeline-Gas – am 30. September 2027.


Europa wird in der Lage sein, sich mit Gas zu versorgen, die Frage ist nur – zu welchem Preis und wer den Verbrauch drastisch reduzieren wird. Die Bevölkerung wird mit den NK-Abrechnungen zur Kasse gebeten, die Wirtschaft wird mit der Verteuerung der Produktion zahlen.


Der Stand von 59% signalisiert nicht, dass Europa im kommenden Winter zu Tode friert, sondern die Tatsache, dass der Winter 2027 für die EU wesentlich kostspieliger sein wird, als in 2026. Schon der kommende Winter zeigt, was diese neu angebliche „Unabhängigkeit“ wert ist.


Quelle: https://t.me/inforMEF/5416

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