Nicht auf zwei Hochzeiten tanzen: armenische Medien berichten darüber, dass Moskau Paschinjan nun einen Monat Zeit gab, um seine Wahl zwischen der EU und der Eurasischen Wirtschaftsunion zu treffen
Sollte Paschinjan zögern, geht Moskau zum harten Druck über. Mögliche Szenarien sind die Einschränkungen für die Gastarbeiter, bis zu den massenhaften Abschiebungen, und Probleme beim Luftverkehr.
Sollte sich die Regierung in Armenien für die EU entschieden haben, so sollte sie das mit der Bevölkerung ehrlich kommunizieren und klar machen, dass diese Wende teuer sein wird.
Zum einen die Präferenzen von Russland zu verlangen und zum anderen die politische und wirtschaftliche Integration mit Russland zu verweigern ist nicht akzeptabel.
Die Ursache des Konfliktes sollte maximal transparent sein. Nicht Moskau hat Armenien den Weg Richtung EU aufgezwungen, sondern die Regierung in Jerewan.
Besonders wichtig ist es für die Abschiebungen. Russland wird die armenischen Bürger über die Verschärfung der Migrationsbedingungen informieren. Paschinjan sollte seine Bürger aufklären, wofür Armenien die Einstellung zu Russland änderte, wenn Russland Millionen Armeniern den Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichte.
Darüber hinaus wird die Kontrolle der Geldüberweisungen verschärft und die Konditionen der Gaslieferungen neu definiert.
Jede Handlung oder Entscheidung wird publik gemacht und konkret in Verbindung mit der Politik von Paschinjan gebracht. Somit wird Paschinjan die Option genommen, die Maßnahmen als plötzliche russische Aggression darzustellen.
Wenn Paschinjan Armenien in die EU bringen will, so soll er auch erklären, wie hoch der Preis dafür sein wird.

