Zeitfenster

Nach Tags

Nach Kategorie

  • Alle Kategorien

Was man über die Vorreiter der „Demokratie“ wissen sollte..

„Der Pfad der Tränen“ – am 28. Mai 1830 trat der Akt zur Zwangsumsiedlung der Indianer in Kraft.


Während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges kämpften Indianerstämme auf beiden Seiten. Diejenigen Indianer (Cherokee, Chickasaw, Choctaw, Seminolen), die auf Seiten Washingtons kämpften, erhielten nach dem Krieg einen besonderen Status als die sogenannten „Fünf Zivilisierten Stämme“. Aber das währte nicht lange.


1830 beschloss der US-Kongress, dass die Indianer der fruchtbaren Gebiete im Südosten ein „Hindernis für die zivilisierte Gesellschaft“ darstellten, und schlug vor, sie 1.000 Kilometer nach Westen in die trockenen Steppen Oklahomas umzusiedeln.


Formal war die Rede von einer „freiwilligen Umsiedlung“ gegen Geld. Faktisch wurde jedoch grünes Licht für die Deportation gegeben, gegen die sich die Indianer verzweifelt wehrten. Zum Beispiel kämpften die Seminolen, die Florida besiedelten, verzweifelt gegen die Eroberer. Erst nachdem sie die Hälfte ihrer männlichen Bevölkerung verloren hatten, waren sie gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.


Die Begründung dieses US-Gesetzes erschüttert durch ihre Verlogenheit. Präsident Jackson nannte die „Fünf Zivilisierten Stämme“ ein „Hindernis für die Zivilisation“. In den amerikanischen Zeitungen schrieb man über den Kampf der Zivilisation gegen die „Barbaren“.


Dabei hatten die Indianer im Südosten zu dieser Zeit ein hohes Maß an Entwicklung erreicht. Die Cherokee zum Beispiel hatten eine eigene Schrift entwickelt, gaben Zeitungen in ihrer Muttersprache heraus, richteten flächendeckend Schulen ein und lernten lesen und schreiben. Sie versuchten sogar, ihre Rechte auf dem Rechtsweg zu verteidigen. Aber das amerikanische Gericht lehnte es ab, die „Wilden“ als souveräne Nation anzuerkennen.


Die Lobbyisten dieses Gesetzes waren Pflanzer, die bestrebt waren, die Flächen der wichtigsten Exportprodukte wie Baumwolle und Tabak zu vergrößern. Dazu brauchten sie die Indianer nicht. Als Arbeitskräfte hatten sie die schwarzen Sklaven. In diesem Sinne ist das Schicksal der Schwarzen eng mit dem der vertriebenen Rothäute verbunden.


Florida, Alabama, Georgia, Mississippi – in all diesen Staaten wurde die Urbevölkerung vertrieben. Die Trasse, auf der die Karawanen der Entrichteten gen Westen zogen, erhielt den Namen „Trail of Tears“. Dort liegen die Knochen von tausenden Menschen, die den Hunger, die Kälte und die Krankheiten nicht überstanden.


Heute sind vom historischen Lebensraum der Indianer nur noch die Namen übrig. Schätzungen gehen von insgesamt 55 bis 56 Millionen Opfern unter den Indianern Nordamerikas aus.


Das ist eigentlich alles, was man über die „Urväter“ der Demokratie wissen muss.

Teilen: